Im Triester Viertel

(C) Gloria Kern – GloK

Wien, als Hauptstadt von Österreich, hat derzeit knapp über zwei Millionen Einwohner. Die Einwohnerzahl steigt durch die Zuwanderung stetig. Der 10. Wiener Gemeindebezirk, Favoriten steht an dritter Stelle bei der Zuwanderungsquote von Migranten mit ausländischer Herkunft nach Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) und Brigittenau (20. Bezirk). Entsprechend abwechslungsreich sind die verschiedenen Lokale und Einkaufsmöglichkeiten.

Typisch Wiener Atmosphäre und Spezialitäten sucht man in Favoriten etwas länger, aber es gibt sie noch. Restaurant Tipps mit typisch Wiener Küche im und um das Triester Viertel finden Sie unter den Rubriken „Essen und Trinken im Bezirk“ und „Essen und Trinken am Weg in die Innen-Stadt“.

Das Triester Viertel verläuft vom Wasserturm Favoriten im Süden entlang der Triester Straße bis zum evangelischen Friedhof am Matzleinsdorfer Platz. Die Gußriegelstraße begrenzt das Triester Viertel im Osten. 

Wichtiger Industriestandort

Das Triester Viertel war von je her ein Gebiet in dem sich Industrie, Handwerk und Wohnen mischte. Zahlreiche Fabriken, die hier angesiedelt waren, trugen zum wirtschaftlichen Aufschwung der österreichisch-ungarischen Monarchie bei. Die meisten dieser Betriebe haben ihre Tätigkeit längst eingestellt oder sind abgewandert.

Mehr Informationen zum Triester Viertel:  http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/TriesterViertel 
Unter dem Motto „Unser Triester Viertel – Orte erzählen“ findet man Tafeln an manchen Häusern die deren Geschichte erzählen.  https://www.orteerzaehlen.at

Die Heller Zuckerlfabrik am Beldgradplatz

Eine der bekanntesten dieser Fabriken die ehemalige „Heller Zuckerlfabrik“ am Belgradplatz 5. Ein beliebtes Produkt, das es heute noch gibt, sind die „Wiener Zuckerl“. Der international bekannte Künstler André Heller ist Enkel und Großneffe der Gründer Willhelm und Gustav Heller. Seit 2011 ist in dem mehrfach umgebaute Gebäude ein Pflegewohnheim untergebracht.

Wasserturm Favoriten

Die Hochquellwasserleitung, die die Wiener Bevölkerung mit frischem Quellwasser aus den niederösterreichisch-steirischen Alpen versorgte ging 1873 in Betrieb.

Der Wasserturm Favoriten wurde 1898-1899 gebaut. Von 1899 bis 1910 versorgte er die höher liegenden Gebiete des 10. und 12. Wiener Gemeindebezirk mit Trinkwasser, aus der ersten Wiener Hochquellenleitung, da der Wasserdruck der Hauptleitung nicht ausreichte. Er funktionierte durch ein raffiniertes Zusammenspiel aus natürlichen Gefällen, Pumpwerken und mechanischem Druckausgleich.

Ab 1910 versorgte die 150 km lange Hochquellwasserleitung die Wiener Bevölkerung direkt mit Trinkwasser. Der Wasserturm wurde nur mehr fallweise genutzt. Seit 1956 ist er außer Betrieb.  https://www.wien.gv.at/wienwasser/bildung/wasserturm/

Heute kann man ihn besichtigen. Er wird auch für Ausstellungen genutzt und kann für Veranstaltungen gemietet werden. Am Gelände gibt es eine Miniatur-Ausgabe des Wasserturms mit einem Wasserspielplatz für Kinder, sowie Outdoor-Fitnessgeräte.

Der Europäische Feldhamster findet rund um den Wasserturm, in der Nähe des Erholungsgebiet Wienerberg, ideale Lebensbedingungen, wie in viele Parks und Grünflächen in der Umgebung. Er ist streng geschützt. Alle Info-Tafeln zum Europäischen Feldhamster rund um den Wasserturm:  https://www.wien.gv.at/umwelt/parks/pdf/hamster.pdf

Hinrichtungsstätte „Spinnerin am Kreuz“

Gegenüber des Wasserturms befindet sich die „Spinnerin am Kreuz“, eine gotische Steinsäule. Um ihre Entstehung ranken sich viele Sagen. Nachgewiesen ist, dass hier bereits 1446 ein steinernes Kreuz stand. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Platz als Hinrichtungsstätte genutzt. Die letzte Hinrichtung fand am 08. Mai 1886 statt. https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Spinnerin_am_Kreuz

Verkehrskontenpunkt Matzleinsdorferplatz

Der Matzleinsdorfer Platz ist Verkehrsknotenpunkt und Umsteige-Bahnhof für zahlreiche Straßenbahn Linien, Schnellbahnen, die Badner Bahn und den Flix Bus.

Derzeit befindet sich dort die größte Baustelle Wiens. Der Matzleinsdorfer Platz wird an die U-Bahn Linie U2 angeschlossen, die dann bis zum Wienerberg führen wird. Der Bau soll bis 2030 fertig gestellt werden. Das Triester Viertel wird dann noch besser erreichbar und an die Innenstadt angeschlossen sein.  https://www.wien.gv.at/bezirke/margareten/verkehr/matzleinsdorfer-platz-neu.html

Evangelischer Friedhof Matzleinsdorf

Die evangelische Christuskirche mit ihren roten Ziegeln ist ein Blickfang im hektischen Treiben um den Matzleinsdorfer Platz. Alle Ziegeln stammen aus den ehemaligen Ziegelfabriken am Wienerberg. Alle Gesimse und Ornamente der Kapelle sind aus gebranntem Ton und stammen aus denselben Fabriken. Sie befindet sich am evangelischen Friedhof Matzleinsdorf, eine sehenswerte Ruhe Oase mitten in der Stadt. Zahlreiche historische Gräber aus den vergangenen Jahrhunderten sind erhalten geblieben.  https://www.evang-friedhof.at/matzleinsdorf/christuskirche-matzleinsdorf

Wienerberg City

Die Triester Straße hinauf, stadtauswärts, am Wasserturm und an der Spinnerin am Kreuz vorbei, befindet sich die sogenannte „Wienerberg City“ mit den Twin Towers, ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel mit vielen Neubauten, in dem sich auch internationale Firmen angesiedelt haben. Die Twin Towers sind zum Wahrzeichen der Wienerberg City geworden.  https://www.wien.info/de/sightseeing/architektur-design/twin-towers-362180

Naherholungsgebiet Wienerberg

Dahinter, Richtung Süden, befindet sich das 117 Hektar große Erholungsgebiet Wienerberg mit Spazierwegen, Hundezone, Badeteichen und Kleingartensiedlungen. Es wurde erst 1983 bis 1990 geschaffen. Bis in die 1960er Jahren wurde dort Lehm für die Ziegelproduktion abgebaut. https://www.wien.gv.at/umwelt/wald/erholung/wienerberg/
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wienerberg_(Erholungsgebiet)

Wienerberg Ziegeln

Das börsennotierte Ziegelproduktions-Unternehmen „Wienerberger AG“ geht in seiner 200jährigen Geschichte auf die ehemaligen Ziegelwerke am Wienerberg zurück.
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wienerberger_Ziegelfabrik

Sehenswert ist auch der gepflegte Golfplatz mitten in der Stadt, mit Blick auf die Skyline der Wienerberg City. Im City & Country Golfclub Wienerberg kann man auch Racketsportarten wie Tennis, Squash und Padeltennis spielen. Dazu gibt es ein Fitness Studio und eine kleine Sauna. Im Restaurant Blanche kann man Erfrischungsgetränke und von montags bis freitags ein Mittagsmenü in entspannter Atmosphäre mit Blick auf den Golfplatz und auf die Skyline genießen.

Gloria Kern – GloK

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